Das Schönste an Betriebssystem-Wechseln ist das Kennenlernen neuer
Fehlermeldungen...
Natürlich ist mein Mac schneller, bunter und professioneller als die alten
Atari-Kisten. Und selbst in der Atari-Emulation durch das Programm MagiCMac (das ja
strenggenommen gar kein Emulator ist) laufen die Atari-Programme viel schneller, als sie
es jemals auf originalen Atari-Computern oder Clones getan haben.
Aber eins muss ja mal gesagt werden: Ataris waren verdammt robust. Selbst wenn die
Festplatte explodiert wäre und dabei noch die Notfall-Bootdiskette, die zufällig
gerade auf der Festplatte lag, ins Jenseits befördert hätte (Hinweis: Die
meisten Ataris hatten externe Festplatten) -- kein Problem!
Der Atari hat sein Betriebssystem ja im ROM! Also bootet man ganz ohne Massenspeicher,
und kann dann mit Reparatur-Arbeiten beginnen.
Und besonders schön sind am Atari seine hohe Toleranz in Bezug auf Disketten.
Eine Diskette ist dann defekt, wenn Fehler in den Verwaltungssektoren vorliegen. Und auch
wirklich erst dann. Wenn ansonsten 80% des Inhalts im Eimer sind, kann man immer noch auf
die restlichen 20% zugreifen und dort noch retten, was zu retten ist.
Außerdem verkraftet ein Atari nicht nur Standarddisketten mit 9 Sektoren (DD)
bzw. 18 Sektoren (HD) pro Spur, sondern auch höher formatierte Disks mit 10, 11 bzw
19, 20 Sektoren. Ihr braucht eine DD-Diskette, habt aber gerade keine zur Hand? Dann
formatiert eine HD einfach als DD!
Versucht aber bloss nicht, eine solche Diskette jemals in den Mac zu schieben. Da
isser beleidigt. Er ist ja schon großzügig genug, dass er überhaupt
Fremdformate zuläßt -- am liebsten sind ihm natürlich Disks im eigenen
Format. Aber dann noch irgend so ein dahergelaufenes Spezialformat? Bloß nicht!
Im günstigen Fall meckert er nur und bietet an, diese Diskette zu formatieren
(»initialisieren« sagt der Mac auch gerne). Dann hat man wenigstens noch die
Chance, sie schnell auswerfen zu lassen, bevor die wertvollen Daten futsch sind.
Der schlimmere Fall besteht darin, dass der Mac so beleidigt ist, dass er ganz schnell
mal eben abschmiert. Diese Situation kommt in drei verschiedenen Variationen daher:
- Die Diskette wird beim Absturz bzw. beim darauffolgenden Neustart ausgeworfen.
- Die Diskette bleibt im Laufwerk stecken -- ein Mac hat ja bekanntlich keinen
Auswurfknopf. Naja, meistens bekommt man sie dann ja noch mit dem besten Freund des
Mac-Users (einer aufgebogenen Büroklammer) wieder aus dem Laufwerk.
- Manchmal ist der Mac aber auch geradezu erbost, dass man ihn mit so einer Diskette
gefüttert hat. Dann zerschießt er sie noch eben schnell, bevor er abschmiert.
Und wenn man das alles gelesen hat, weiß man auch endlich, warum aktuelle Macs
gar kein Diskettenlaufwerk haben: Hier ging es nicht etwa um Innovation, sondern einfach
um eine Problemvermeidungsstrategie: Wer kein Diskettenlaufwerk hat, muss sich nicht
über Probleme mit Disketten ärgern...
Eines Tages muss ich auch mal einen Vergleich zwischen dem Druckerhandling von Mac und
Windows einerseits und dem Atari andererseits machen.
Auch da war der Atari natürlich wieder viel besser...
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