Die Basis für TJ/home ist UDO6, ein wunderbares Programm, das
ursprünglich von Dirk Hagedorn als Shareware vertrieben wurde und mittlerweile
OpenSource geworden ist. Mit UDO kann man Texte, die in der UDO-Syntax vorliegen, in
diverse Zielformate konvertieren -- darunter auch HTML. Und Texte in der UDO-Syntax kann
man mit jedem beliebigen ASCII-Editor erstellen. Einfach die Inhalte schreiben und mit
diversen UDO-eigenen Befehlen versehen. Dafür nehme ich übrigens den
Atari-Editor qed, manchmal auch Pepper, einen Shareware-Editor für
den Mac.
Nun, wenn ich eh mit einem Texteditor arbeite, hätte ich ja auch direkt HTML
schreiben können, oder? Ja, aber UDO bietet diverse Vorteile:
- Nur durch UDO kann ich TJ/home in drei verschiedenen Layouts anbieten: Aus
ein und derselben Quelle erzeugt UDO auf Wunsch die Classic-Version, die WornOutVersion
oder die TechFrame-Version.
- Fehler in der UDO-Syntax meldet mir UDO beim Übersetzungsvorgang. Fehler in der
HTML-Syntax erzeugt UDO nicht. Naja, höchstens kleinere
»Unschönheiten«.
- UDO legt automatisch die richtigen Vor-/Zurück-Verweise oben und unten an.
- UDO legt automatisch die Navigationsspalte links (in der WornOutVersion und der
TechFrame-Version an.
- UDO erzeugt automatische Inhaltsverzeichnisse -- sowohl komplette, wie Ihr es in der
Sitemap begutachten könnten, als auch »kleine«, die auf die folgenden
untergeordneten Kapitel verweisen (solltet Ihr hier auch schon ab und zu gesehen haben).
- Wenn Elemente geändert werden sollen, die auf allen oder vielen Seiten vorkommen
-- sagen wir mal, die Browsebuttons oder mein eMailadresse unten --, muss ich diese
Änderung nur einmal durchführen, und nach der nächsten
Übersetzung sind alle Seiten geändert.
Leider unterstützt UDO nicht alle Möglichkeiten der HTML-Syntax. Aber auch
hier kann man nachbessern: Entweder definiert man sich neue UDO-Befehle speziell für
die HTML-Ausgabe. Oder man verwendet sog. »raw-Umgebung«. Darunter kann man sich
Schnippsel von selbstgeschriebenen HTML-Code vorstellen, die dann in den UDO-erzeugten
HTML-Code eingeklebt werden.
Trotzdem ist es natürlich richtig, dass man nicht die Freiheit in der Gestaltung
hat, die einem die direkte HTML-Codierung (oder die Verwendung eines entsprechenden
WYSIWYG-Editors) bieten kann.
Vor allem aber hat UDO eine ganz erhebliche Schwäche, was das Erstellen von
Websites angeht. Also, stellt Euch das so vor: Ich habe mehrere UDO-Quelldateien. Ich
führe hier und da ein paar Änderungen durch. Dann starte ich einen neuen
Übersetzungsvorgang. UDO übersetzt dann die komplette Site neu. Und dann hat man
ein Problem: Alle erzeugten HTML-Dateien haben das gleiche Erzeugungsdatum! Das
bedeutet: Ich kann nicht mehr nachvollziehen, in welcher HTML-Datei welche Änderungen
vollzogen worden sind. Und das wiederum bedeutet: Ich kann nicht sehen, welche Dateien
jetzt ins Web hochgeladen werden müssen!
Es gibt Möglichkeiten, das doch noch herauszubekommen. Aber die sind sehr
arbeitsintensiv und auch fehleranfällig -- ganz leicht kann man die Übersicht
verlieren, und schon hat man nicht alle oder die falschen Dateien ins Web überspielt.
Oder man lädt nach jeder klitzekleinen Änderung die gesamte Site hoch. Und
das bei den deutschen Onlinekosten -- das ist wohl nur Nutzern einer Flatrate egal.
Für die weitere Zukunft sehe ich deshalb nur zwei Möglichkeiten: Entweder
ich bin irgendwann auch ein Flatrate-Nutzer, dann muss aber erstmal ein vernünftiges
Angebot kommen; oder ich werde irgendwann auf UDO verzichten. Dann wird es aber nur noch
eine Version meiner Site geben. Mal sehen.
|