Wie wars am 1040 doch vordem
ohne Lüfterlärmen so bequem.
Ende der achtziger Jahre hatte ich einen Atari 1040STFM. Für alle, die dieses
Prunkstück des frühen Computerzeitalters nicht kennengelernt haben: Computer,
Tastatur und Floppy waren in einem Gehäuse untergebracht. Daran wurde der
Monitor angeschlossen (und zwar bevorzugt der Atari SM124, auch so ein frühes
Meisterwerk). Eine Festplatte hatte ich damals nicht; und auch wenn es PCler nicht glauben
werden: Für ein vernünftiges Arbeiten war das auch nicht unbedingt notwendig.
Okay, heutzutage würde ich zugegebenermaßen nicht mehr mit dem 1040
arbeiten wollen. Aber er hatte eine ganz hervorragende Eigenschaft: Er kam ohne
Lüfter aus. Oh, wie wunderbar still war die Arbeit am Computer damals!
Heutzutage brüllen mich die Lüfter meines PowerMac 4400 (ich weiß, is'
eh kein dolles Ding) an, als ob ich ihnen etwas Böses getan hätte. Gut, im Laufe
der Zeit gewöhnt man sich daran. Aber es ist doch bezeichnend, dass ich am Ende eines
arbeitsreichen Tages den Rechner ausschalte und mich ob der plötzlichen Stille ein
tiefes Gefühl der Erleichterung durchflutet.
Sicher, eine hoch getaktete CPU braucht eine gute Kühlung. Aber -- und ich bin ja
nicht der erste, der das bemerkt -- vor dreizehn Jahren war ein Computer mit 8 MHz
schnell. Warum kommt der Anwender mit heutigen Computern, die ja durchaus die hundertfache
Rechengeschwindigkeit bringen können, auch nicht schneller zum Ziel als damals? Weil
die heutige Software viel höhere Anforderungen stellt. Und warum tut sie das?
Natürlich, es gibt nur eine Antwort: Der BAD ist wieder mal schuld! In weltweiten
Verschwörungen sorgt er dafür, dass die Software immer mehr und mehr Rechenzeit
frisst. Die CPU muss schneller werden, dadurch wird sie heißer, und ein immer lauter
werdender Luftstrom sorgt für die notwendige Kühlung. Keine Frage: Der arme
Anwender erleidet mehr Stress, und so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er schon bald
dem Wahnsinn anheim fällt -- und der BAD hat sein Ziel erreicht.
Dabei könnte man Computer doch auch anders kühlen: Leider verbietet die
Liebe zur Umwelt ja eine an sich sehr praktische FCKW-Kühlung. Aber es gibt ja noch
andere Kühlmittel, die ich sicher auch kennen würde, wenn ich im
naturwissenschaftlichen Schulunterricht aufgepasst hätte, anstatt eine ganz bestimmte
Mitschülerin mit selbgezeichneten Comics zu erfreuen. Aber da müsste doch was zu
machen sein: Die CPU wird sozusagen von einem kleinen Kühlschrank umgeben. Oder man
setzt irgendwelche Patronen mit geeigneten Kühlmitteln ein. Da wäre z.B. der aus
der Disco bekannte Trockeneisnebel, der würde ganz nebenbei auch noch für eine
angenehm-gruselige Atmosphäre im Computerzimmer sorgen.
Oder wie wär's mit Wasser? Warum soll nicht auch der heimische Computer wie ein
Automobil mit einem Kühlwassertank ausgerüstet werden? Noch besser wäre
allerdings ein Anschluss an die heimische Wasserversorgung: Bei Bedarf zieht sich der
Rechner kaltes Wasser aus der Leitung. Dieses umspült (in Rohren, natürlich) die
CPU und kühlt sie somit ganz hervorragend ab. Wenn sich das Wasser erwärmt hat,
wird es dem Heizungssystem oder dem sanitären Bereich zugeleitet.
Alles tolle Ideen, die ob der überflüssig gewordenen Lüfter zu mehr
Zufriedenheit beim Computeranwender führen würden. Aber werden sie realisiert?
-- Nein, das wird der BAD zu verhindern wissen.
Sonst gäb es so etwas schon längst.
Ganz bestimmt.
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