Verdammt, da hab' ich mir aber selbst 'ne Falle gestellt. Vielleicht gibt es ja
jemanden, der auf meine Website gelangt ist, weil er »Webdesign« in die
Suchmaschine eingegeben hat. Jetzt ist er hier gelandet und fragt sich, wo denn wohl etwas
über Webdesign zu lesen ist -- außer vielleicht gelegentlichen
Schmähsprüchen gegenüber furchtbar gestalteten Seiten. Und damit meine Site
nicht völlig unberechtigt beim Thema »Webdesign« zu finden war, muß
ich mir jetzt auch noch etwas über dieses Thema aus den Fingern saugen.
Eigentlich wollte ich ein dieser Stelle nützlich Tips und Links zum Thema
Webdesign bringen. Aber dann fand ich es viel spaßiger, ordentlich abzulästern.
Im Folgenden werde ich mich also höchst negativ über gewisse Gepflogenheiten im
Web auslassen -- also hätte ich dieses Kapitel eigentlich auch in der Rubrik ToKen
bringen können. Na, was soll's -- ich behalte die momentane Kapitelstruktur trotzdem
mal. Vielleicht gibt es hier eines schönen Tages wirklich mal richtige Tips
zum Webdesign. Bis dahin verweise ich auf die entsprechenden Links.
Wahrscheinlich habt Ihr Euch eh schon gefragt, woher ich überhaupt die
Berechtigung nehme, über die Gestaltung anderer Seiten zu meckern. Nun, das ist so:
Weil ich ja schließlich ein alter Meister des Webdesigns bin. Ich konnte HTML schon
rückwärts pfeifen, als die meisten Leute noch nicht einmal wußten, was das
Internet ist.
Aber das war eine unverschämte Lüge. Ich will zwar nicht leugnen, dass ich
über gewisse HTML-Kenntnisse verfüge. Aber ein Meister bin ich noch lange nicht.
Und obwohl ich das Thema »Internet« (und Computernetze überhaupt) seit
Jahren mit Interesse verfolge, bin ich erst seit vergleichsweise kurzer Zeit aktiver
Teilnehmer.
Und dennoch meckere ich gerne über das Webdesign anderer Leute, die vielleicht
schon viel länger dabei sind und durchaus auch mehr Ahnung von der Materie haben als
ich.
Weil ich mir zumindest einen Hauch von Gedanken über das mache, was ich tue,
bevor ich es ins Internet setze. Weil ich versuche, über den Tellerrand
hinauszublicken und nicht davon ausgehe, dass alle Leute so an das Web heran- und in das
Web hineingehen, wie ich annehme, dass sie es tun.
Und, mit Verlaub, das machen viele, viele nicht! Sogar jene, und das ist das
Bedauerlichste an der ganzen Situation, die sich selbst »Webdesigner« schimpfen.
Und überhaupt: Das WAL (Webdsign Anderer Leute) ist ein Sache, über die man
immer sehr schön ablästern kann. Denn selbstverständlich macht man
selbst alles richtig, und die, die alles anders machen, machen alles falsch. Das ist ja
wohl klar.
Die Einen werfen Animationen, JavaScripts und JavaApplets auf ihre Site. »Ganz
falsch«, sagen die Anderen, »HTML ist eine Auszeichnungs- und keine
Gestaltungssprache«, und erstellen dann reine Textseiten.
»Ganz falsch«, sagen wiederum die Einen, »im modernen Internet muss man
durch brachiale multimediale Gewalt auffallen«, und dann fügen sie ihrer Site
noch ein paar Animationen, JavaScripts und JavaApplets hinzu.
»Alles falsch«, sagt Tobias, »man muss ein gelungenes Mittelmaß
finden, oder man erstellt direkt mehrere Versionen für unterschiedliche
Ansprüche«, und reiht sich damit freudig ein in die große Gruppe jener,
die ständig über das WAL meckern.
Im Folgenden philosophiere ich dann also über die gröbsten Fehler des WAL,
und zwar in kommerziellen und privaten Websites. Oder sagen wir: Über das, was ich
als Fehler empfinde.
Aber ich mache ja auch alles richtig. Die, die alles anders machen, machen alles
falsch. Das ist ja wohl klar.
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